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  • Hochwasser: Politiker fordern Lösungen

    Heiner Rickers und Axel Pietsch am Pegel Störbrücke. Foto: Tietje-Räther

    Heiner Rickers und Axel Pietsch am Pegel Störbrücke. Foto: Tietje-Räther

    (Quelle: Norddeutsche Rundschau, Gisela Tietje-Räther) Entwarnung für die vom Hochwasser gebeutelten Bürger: Langsam sinkende Pegelstände kündigen einen Rückzug der Flut an. Die Lage scheint stabil. Bis auf die Birkenallee sind alle Straßen wieder frei von Wasser und für den Verkehr zugelassen. Auch die Kräfte der beteiligten Feuerwehren sind aus dem Einsatz entlassen. Die Feuerwehr unterstreicht aber: „Kontrolliert wird weiter.“

    Sonnabendmittag war von Entspannung noch nicht viel zu spüren. Heftiger Regen prasselte aus bleigrauen Wolken, als Heiner Rickers (CDU) und Bürgermeister Axel Pietsch (BfK) zum kurzfristig anberaumten Pressegespräch an der Störbrücke in der Innenstadt eintrafen. Im Sommer kaum knietief, war der Fluss auch an dieser Stelle weit über seine Ufer getreten. Sorgenvoll blickten die Politiker auf den Pegelstand. Nur wenige Zentimeter ragte die Messlatte aus dem Wasser. Noch immer waren Straßensperren installiert, schleppten Feuerwehrleute Sandsäcke und überwachten etliche Pumpen. “Wir müssen eine Lösung finden”, forderte Rickers eindringlich. Es könne nicht sein, dass es zweimal jährlich eine Situationen gebe, die Helfer auf den Plan rufe und Kosten für Kommunen und Bürger verursache. “Das geht auf Dauer nicht.”

    Denn vom Hochwasser sei nicht allein die Stadt betroffen. Auch Störanrainer im Umland plagten sich mit den in immer schnellerer Folge auftretenden Überschwemmungen. “Eine Hochwasserlösung zu finden, ist eine überregionale Aufgabe und Herausforderung”, streicht auch Pietsch heraus. Der Bürgermeister der Störstadt sieht Kellinghusen zudem als Spielball zwischen unterschiedlichen Zuständigkeiten. Bund, Land, Kreis – alle sind irgendwie irgendwo in der Flut-Pflicht. Seien die Stadt und ihre Bürger wie bei den jüngsten Ereignissen auf Soforthilfe angewiesen, träten die Nachteile der mehrfachen Verantwortlichkeiten schnell zutage. “Nur mit großer Mühe gelingt es, in diesem Dschungel durchzudringen”, beschreibt Pietsch die aktuelle Situation. Und: “Unterstützung kam erst, als die Lage stabil war.”

    Dringend rät er daher, “sich noch einmal zusammen zu setzen.” Sinnvoll wäre dies auch im Sinne von gemeinsamen Flutschutzaktionen aller Störanrainer, sind sich die zwei Politiker einig. Dann könnte auch die immer wieder aufkeimende Frage nach der Reihenfolge von Maßnahmen abgearbeitet werden, so Pietsch. Positiv bewerten der Landtagsabgeordnete wie auch der Bürgermeisters die begonnene Renaturierung der Stör. “Die Mäanderbildung ist gut und soll fortgesetzt werden”, bestätigt Rickers. Entlastung bringen würde zudem eine Polderbildung durch Schleifung des Sommerdeichs im Bereich Grönhude. Dort könnte freilich eine weitere Zuständigkeit Bremswirkung entfalten: “Da ist Hamburg mit im Spiel”, erklärt Rickers. Die Wiesen achtern Diek dienen der Metropole als Ausgleichsfläche.
    Gisela Tietje-Räther (sh:z)