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  • Abitur – Brief an Landesvater Carstensen

    Schulverband, Schüler, Eltern und Initiativemitglieder wollen vom Land eine verbindliche Zusage für das Abi in Kellinghusen. Foto: Tietje-Räther

    Schulverband, Schüler, Eltern und Initiativemitglieder wollen vom Land eine verbindliche Zusage für das Abi in Kellinghusen. Foto: Tietje-Räther

    (Quelle: Norddeutsche Rundschau, Tietje-Räther) Mit selbst gemalten Schildern kamen Besucher zur jüngsten Sitzung des Schulverbands (SV). “Die Bildung geht baden” hieß es auf einem Plakat, ein anderes forderte eine “bessere Schuldbildung mit gymnasialer Oberstufe”.

    Erziehungsberechtigte, Elternvertreter und Schüler der örtlichen Gemeinschaftsschule (GmS) sowie Mitglieder der GmS-Initiative ließen auch im Rahmen der Sitzung nicht locker. Schwerpunkt war die von Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen während eines Wahlkampfbesuches in der Störstadt 2009 persönlich zugesagte Einrichtung einer gymnasiale Oberstufe in der GmS. Bereits im Vorwege der zum Schuljahr 2007/2008 gestarteten neuen Schulform war das “Abi” als wichtiger “weicher Standortfaktor” eine der entscheidenden Forderungen gewesen. Im Rahmen der Verbandssitzung sahen sich die Gäste denn auch schnell auf einer Linie mit den Verbandsvertretern aus dem Unterzentrum und der Region.

    “Wir werden weiter für die gymnasiale Oberstufe an der Gemeinschaftsschule kämpfen”, unterstreicht Bürgermeister Axel Pietsch im Pressegespräch. Dies bestätigt auch Verbandsvorsteher Heiner Rickers. “Wichtig ist, dass wir dabei alle an einem Strang ziehen”, betont der amtierende SV-Vorsteher, Bürgermeister der Gemeinde Oeschebüttel und CDU-Landtagsabgeordnete.

    Zusammen mit Jörg Rutkowki, Vorsitzender Schulelternbeirats, adressierten Pietsch und Rickers einen gemeinsam verfassten Brief an den Ministerpräsidenten. Darin unterstreichen sie erneut den Stellenwert eines wohnortnahen Angebots aller Bildungsgänge einschließlich des Abiturs. “Für die Ansiedlung junger Familien ist dies eine entscheidender Standortfaktor”, hebt Rickers heraus.

    Vermerkt wird aber auch, dass die Diskussion um die Einführung von G 8 zu G 9 (Abitur an Gymnasien nach acht oder neun Jahren) zu erheblichen Verunsicherungen in der Eltern- und Lehrerschaft führte. Neueste Zahlen belegen: Nach einem tollen Start mit anfangs mehr als 150 Schülerin im Jahr 2007 sind die Anmeldezahlen dramatisch auf 87 Jungen und Mädchen gesunken. Dabei waren im Vertrauen auf das 2007 verabschiedete Schulgesetz “mit hohem politischen und finanziellen Aufwand” die ehemalige Haupt- und Realschule in die für den Standort zukunftsweisende Form GmS mit dem Ziel einer gymnasialen Oberstufe umgewandelt worden.

    Rund zwei Millionen Euro sind in den vergangenen drei Jahren außerdem in Ausstattung und Ganztagsbetrieb investiert worden. “Damit haben wir die Voraussetzungen für einen einwandfreien Schulbetrieb bis zum Abitur weit über das geforderte Maß erfüllt”, so Rickers. Mit ihrem schriftlichen Anruf wollen die Unterzeichner die verantwortlichen Stellen auf die Notwendigkeit einer Entscheidung aufmerksam machen.

    Ein erstes Signal für den SV wäre eine verbindliche Aussage pro Abi in der GmS noch in diesem Jahr. “Wir müssen aufs Gas treten, damit für alle Beteiligten Planungssicherheit gegeben ist”, sagt Pietsch. Nur durch dieses – von der Landespolitik übrigens mehrfach abgegebene – Bekenntnis zu einer der ersten GmS im Land könne eine weitere Schwächung des Schulstandorts durch Schülerabwanderungen vermieden und darüber hinaus eine Stärkung der Region des Amtes Kellinghusen erreicht werden.
    Gisela Tietje-Räther (sh:z)