Wahlkreis Steinburg-Ost
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  • G 8: “Keine Rolle rückwärts”

    (Quelle: Norddeutsche Rundschau, Volker Mehmel) Landtagsabgeordneter Rickers startete Umfrage an Gymnasien: Keiner will Abitur erst nach neun Jahren.

    Für den CDU-Landtagsabgeordneten Heiner Rickers muss das Abitur nach acht Schuljahren flächendeckend und dauerhaft Standard werden. Damit reagiert der Oeschebütteler mit einer klaren Aussage auf die anhaltende Diskussion um die Vor- und Nachteile von G8 oder G9. “Wir wollen keine Rolle rückwärts und müssen endlich konstruktive Ruhe in die Schulen bringen”, sagte der Politiker im Gespräch mit unserer Zeitung. In seiner Einschätzung sieht er sich durch die Leiter der vier Steinburger Gymnasien bestätigt. Bei einer Umfrage hätten sich alle Schulen gegen eine Rückkehr zu einem neunjährigen Bildungsgang ausgesprochen.

    Heiner Rickers stellt sich damit gegen Forderungen aus den Reihen des Koalitionspartners FDP und auch gegen eine Elterninitiative “G 9-jetzt!”, die die Rückkehr zu neun Jahren Schule fordern. Begründung unter anderem: Die Schüler bräuchten mehr Zeit zum Lernen und auch mehr Zeit zum Leben außerhalb der Schule. Dem, so betont Rickers, stehe allerdings entgegen, dass G8 im bundesweiten und auch im internationalen Vergleich inzwischen Standard sei. Nach seiner Beobachtung und nach Gesprächen mit den Steinburger Schulleitungen vertritt der Christdemokrat zudem die Ansicht, dass die Belastung für die Schüler “durchaus vertretbar ist”. Entscheidend komme es dabei auch darauf an, die Lehrpläne zu entschlacken.

    In den Schulleitern findet Rickers jedenfalls eine eindeutige Rückendeckung. “Solange ich das Sagen habe, gibt es an dieser Schule kein G9″, zitiert er Burkhard Klitz von der Kaiser-Karl-Schule. Auch SSG-Chefin Angelika Hartmann habe betont, dass es bei G8 bleiben müsse, allein schon “um Verunsicherungen und Durcheinander zu vermeiden”. Ein eindeutiges Bekenntnis zu G8 sei auch vom Glückstädter Detlefsen-Gymnasium gekommen. Leiter Hartmut Appel habe davon gesprochen, G8 “verantwortungsvoll und mit den richtigen Rahmenbedingungen zu gestalten”. In Glückstadt, so Heiner Rickers, sei man sogar der Auffassung, dass eher noch mehr Stoff und Betreuung erforderlich seien – auch um problematische soziale Hintergründe besser abfedern zu können. Letztlich habe sich auch die Auguste-Viktoria-Schule für acht Jahre ausgesprochen, wobei Leiter Norbert Hartung allerdings die Option G9 offen gehalten habe, wenn es einen entsprechenden Bedarf gebe.

    Auffällig sind für Heiner Rickers die jüngsten Anmeldezahlen, was er als Indiz für den Zuspruch bei G8-Schulen mit entsprechender räumlicher und personeller Ausstattung wertet. So teile das SSG mit 170 Anmeldungen eine Rekordzahl mit, während es an der AVS nur 70 gebe, was Rickers allerdings mit den dort herrschenden räumlichen Bedingungen erklärt. Nach seinen Gesprächen steht für den CDU-Abgeordneten jedenfalls fest, dass eine Rückkehr zu G9 auch wegen des höheren Organisationsaufwandes und Personalbedarfs sowie wegen des größeren Raumbedarfs keinen Sinn mache. “Es gibt heute schon offene Planstellen und zu wenig Lehrer”, befürchtet Rickers eine Verzettelung. “Wir als CDU wollen nicht mehr alles durcheinander wursteln”, schließt der Politiker. Allenfalls könne es G9 noch als “ganz große Ausnahme” an bestimmten Standorten geben. In Steinburg sieht Rickers den Bedarf aber offenbar nicht.vm (sh:z)